Skillshare

Pödelwitz lebt! Pödelwitz bleibt!

Pressemitteilung

03.01.2018, Pödelwitz

Vom 3. – 6. Januar 2018 werden in Pödelwitz bei Groitzsch über 70 Menschen zum Skillshare (mehrtägige Konferenz) und Vernetzungstreffen erwartet. Dieses Treffen setzt sich für den Kohleausstieg, gegen Zwangsumsiedlungen und -enteignung ein. Es wurde von einem Zusammenschluss von Menschen aus dem Raum Leipzig organisiert (Gruppe “AAA Pödelwitz”). Ein Klimacamp1 fand bereits im Sommer 2018 mitten im Dorf statt und verschaffte dem Widerstand in Pödelwitz viel Öffentlichkeit. Daran knüpft das Skillshare an. Die Einwohnerzahl des Dorfes wird dadurch kurzfristig vervierfacht: In Pödelwitz wohnen aktuell 27 Menschen, die noch nicht von der Mitteldeutschen Braunkohlengesellschaft (MIBRAG) vertrieben wurden.

“Mit diesem Treffen wollen wir die Aufmerksamkeit nicht nur auf Pödelwitz lenken, sondern auf alle Dörfer, die vom Raubbau an der Natur bedroht sind.”, sagt Maike Schmidt (Umweltaktivistin, 23, ausgebildete Tischlerin), “Wir fordern den sofortigen Ausstieg aus dieser schmutzigen Energiegewinnung durch Braunkohleverstromung! Kohle mag früher nützlich gewesen sein, heute an dieser überholten Technologie festzuhalten ist angesichts des Klimawandels ignorant und rücksichtslos gegenüber allen kommenden Generationen. Energieerzeugung ist auch erneuerbar möglich und ein Kohleausstieg unbedingt notwendig. Und zwar jetzt!”

Die Veranstaltung ist für alle offen und wird ausschließlich durch Spenden finanziert. Es wird gemeinschaftlich gekocht und es gibt Angebote zu unterschiedlichen Themen. Diese reichen von Workshops zu hierarchiearmen Umweltbewegungen über Trommel-Workshops bis hin zu Diskussionen über Kapitalismuskritik.

Auch die verbleibenden Pödelwitzer*innen kämpfen entschlossen gegen die Abbaggerung des Dorfes. Bereits im Frühjahr 2013 gründete sich die Bürgerinitiative “Pro Pödelwitz”, um sich dem Druck der MIBRAG und der sächsischen Landesregierung entgegenzustellen und für ein lebenswertes Pödelwitz zu kämpfen. Unterstützung bekommen sie im Bündnis “Pödelwitz bleibt”, sowie von weiteren klimaaktiven Gruppen und Einzelpersonen. Regelmäßig werden gemeinsam Veranstaltungen organisiert: von roten Linien gegen Kohle bis zu Chorkonzerten in der historischen Kirche.

“Wie in so vielen anderen Fällen auch, soll der Tagebau gegen unseren Willen erweitert werden.”, schreibt Jens Hausner in seiner Petition2. “Pödelwitz könnte das gleiche Schicksal treffen, wie das benachbarte Heuersdorf und zahlreiche weitere Orte in der Region und bundesweit. Ich will das verhindern. Ich möchte nicht zwangsenteignet werden. Ich finde, Zwangsenteignungen sind nicht “sozialverträglich”, sondern unmenschlich.”

Das 700 Jahre alte Bauerndorf Pödelwitz liegt in der fruchtbaren, leipziger Tieflandsbucht und soll 2028/2029 dem Braunkohle-Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“ zum Opfer fallen. Einzig für die Wirtschaftsinteressen der großen Energiekonzerne RWE, LEAG und MIBRAG, sollen Dörfer wie Pödelwitz zerstört werden und weitere tausende Menschen ihr Zuhause verlieren. Der Tagebau „Vereinigtes Schleenhain“, welcher das Braunkohlekraftwerk Lippendorf versorgt, soll bis 2040 betrieben werden. Pödelwitz ist dabei nicht für eine Abbaggerung vorgesehen, liegt aber in absoluter Randlage des  Tagebaus. Trotzdem will die Mitteldeutsche Braunkohle AG den Tagebau erweitern und damit Pödelwitz zerstören. Damit wird die Energiewende untergraben. Das geschieht ohne Rücksicht auf die Menschen, die über der Kohle leben.

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